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Mama kriegt 'ne neue Küche

  • Anne Sophie Vogl
  • 9. Mai 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Weiß, rot, gemustert, blau, dann halb weiß und schließlich grün - die Küche meiner Mama hat im Laufe ihrer über 30 Jahre andauernden Karriere schon fast die ganze Farbpalette durch. Vielleicht bekommt ihr nun eine grobe Vorstellung, woher mein Drang kommt ALLES anzumalen. Nachdem Mama Vogl mir vor ein paar Monaten geholfen hat meine Küche in die Gegenwart zu streichen, war nun ihre dran. Ganz andere Art, ganz andere Oberfläche, gleiche Arbeitsmaterialien. Spoiler-Alarm: Es war wieder Kreidefarbe und es hat mega gut geklappt. BÄÄM!

Ein kleiner Eindruck vom Vorher-Zustand:

Dass die Küche 30 Jahre alt ist, stimmt nicht so ganz. Teile von ihr sind viel älter, keiner weiß genau, wie alt. Doch die "Hauptküchenzeile" stand bereits in der ersten Zwei-Zimmer-Wohnung meiner Mama und hat bereits vier Umzüge hinter sich. Ursprünglich war sie weiß mit weißen griffen und weiß-grauer Arbeitsplatte. Recht unspektakulär für die 80er/90er, heute würde man es minimalistisch nennen.


Meine Mama und ich haben unterschiedliche Stile, doch genau das gehört eben dazu, wenn man ein Makeover außerhalb des eigenen Hauses macht, dass man sich auf den "Kunden" einstellt. Beim Renovieren sind wir auch komplett unterschiedliche Typen. Sie eher so Jackson-Pollock-draufhau-abstraktes-Gemälde-Wasserwaage-was-soll-der-Schmarrn, ich eher so Malkastenpinsel-und-Wattestäbchen-zum-Wändestreichen-zehn-Mal-überprüfen-obs-auch-wirklich-passt. Naja okay, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen 😂 Zusammen sind wir aber ein richtig gutes Team.


Und jetzt mal ganz schnell unsere Schritte:

- Alles abräumen, säubern, anschleifen.

- Löcher für die neuen Griffe bohren und die überflüssigen mit Holzspachtel schließen. - Trocknen lassen und Spachtel glatt schleifen.

- Kreidefarbe drauf rollen mit ner Schaumrolle. Wir haben diese hier verwendet. Trocknen lassen, dann zweiter Anstrich.



Weil ich ein totaler Kücheninsel-Fan bin, aber selber keine habe, kam mir eine Idee: Wir haben ein Schrankl, dass im Eck stand und die perfekte Höhe und Größe für eine Insel hat, einfach vorgeholt und in die Mitte des hinteren Küchenbereichs gestellt.


Da die Küche eher Schlauchförmig ist, gibt das dem Raum eine ganz andere Dynamik und zusätzliche Arbeitsfläche zum Schneiden, Ausrollen oder einfach Dekorieren.


Ein paar Tage später haben wir uns an die Arbeitsplatte gemacht. Meine Mama hatte sich dafür eine Klebefolie ausgesucht mit Holzaufdruck in verschiedenen Pastelfarben. Die perfekte breite für normale Küchenarbeitsplatten ist 67,5. Das ankleben war echt easy, denn wir hatten Glück: Es waren keine Ausschnitte für Spüle oder ähnliches nötig und die Rolle hat exakt, aber auch wirklich total genau für die Länge der Theke gereicht. Den Anfang der Klebefolie habe ich mit einer Spüli-Wasser-Mischung nassgemacht. Googelt einfach mal "nassverkleben Folie" das ist eine echt tolle Technik, weil die Folie noch verschiebbar ist, bis sie trocken ist. Langsam hat die Mama dann die Schutzfolie abgezogen, während ich sie mit einem Rakel glattgestrichen und auf Kurs gehalten habe. Es lohnt sich hier echt zu Zweit zu arbeiten. An der Kante haben wir die Folie mit einem Fön angewärmt und dann um die Kante gezogen. Stück für Stück und nicht verzagen, wenn was schiefgeht, die Folie geht rückstandslos wieder runter.


Noch ein bisschen weiße Farbe hier und da an die Wand geklatscht, und Mamas neue alte Küche war fertig. Sie ist auch nach mehreren Wochen noch total happy damit und verbringt dort wieder gerne Zeit. Und dafür haben wir nur ca. zwei Tage gearbeitet und um die 40 Euro ausgegeben. Mal schauen, wieviele Jahre die Küche noch so auf den Buckel bekommt...




Hat euch dieses Makeover gefallen? Für mich war es besonders spannend, außerhalb der eigenen vier Wänder etwas neu zu gestalten und ich könnte mir gut vorstellen das öfter zu machen. Was meint ihr dazu?


Eure Anne ❤





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