top of page

Social Media hat nichts mit deinem Zuhause zu tun

  • Anne Sophie Vogl
  • 3. Jan. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Perfekt gestylte Wohnzimmer mit riesigen Vasen auf dem Couchtisch, 23 verschiedene Kissen, die aufwändig auf dem Bett drapiert sind, Küchen, die aussehen, als würde dort niemals nie Essen zubereitet werden; Häuser, die nicht einfach nur Häuser sind, sondern Traumvillen, Architektenbauten und Kunstwerke für sich - jeden Tag begegne ich in den sozialen Medien einer ganzen Menge dieser Szenen. Szenen, die mich in der Vergangenheit oft sehr unzufrieden und leer zurückgelassen haben, wenn ich denn endlich von ihnen ablassen konnte.




Ich liebe Einrichtung und alles was sich darum dreht, doch gleichzeitig hat mich diese Sehnsucht nach arrangierten Szenen, Zimmern oder Häusern, die es womöglich so gar nicht gibt, wahnsinnig gemacht. Denn sie waren und sind für mich nicht erreichbar. Nicht in der Form, wie sie mir auf Social Media ausgespielt werden.

Diese vermeintlich perfekten Bilder haben es geschafft, dass ich mein Zuhause nicht mochte, dass ich das was ich hatte, nicht mehr zu schätzen wusste. Und das ist eigentlich kompletter Irrsinn. Denn schließlich ist jetzt gerade das einzig Wahre. Das hat mir gezeigt: Zuhause ist so viel mehr als eine Designercouch, Stuckverzierungen oder das Architektenhaus am Waldrand. Zuhause ist ein Gefühl.


Was ist "Zuhause"?

Klar will ich, dass es "schön" bei uns ist. Doch was ist das eigentlich? Es "schön" zu haben, heißt für mich mittlerweile viel mehr, als nur bestimmte Einrichtungsgegenstände oder Wandfarben zu haben. Es bedeutet für mich, dass mein Zuhause praktisch und alltagstauglich ist. Dass es warm ist (temperaturtechnisch und emotional). Dass der Kühlschrank gefüllt ist. Dass die Persönlichkeit aller Bewohner Raum bekommt. Es ist noch nicht sehr lange her, da wurde mir klar, was mir das stärkste Gefühl von einem "schönem Zuhause" gibt: Die kleinen Kinderschuhe und Jacken, die im Eingangsbereich griffbereit liegen, der kleine Löwenrucksack am Haken, der viel zu niedrig hängt und doch genau richtig. Und das herzliche Lachen - und auch Weinen, das gehört nämlich auch dazu - unseres Sohnes, das das Haus erfüllt. Das alles ist, was ich mir je von einem Zuhause gewünscht habe.


Zeit für einen Perspektivenwechsel

Das zu erkennen, hat mir eine völlig neue Perspektive eröffnet. Das Zuhause, an dem ich jahrelang nur rumgenörgelt hatte, weil ich es mit den Fotos auf Instagram und Pinterest verglichen habe, war plötzlich ein Familiennest. Der Ort, an den sich mein Sohn später mal als sein Elternhaus erinnern würde, der mit allen hoffentlich besonders schönen Kindheitserinnerungen verbunden sein wird. Der Ort, an dem wir seinen ersten Geburtstag und sein erstes Weihnachten gefeiert haben und noch viele weitere feiern werden.

Es kommt nicht darauf an, ob die Küche so neu und schick, wie die von der Freundin im Neubau ist, sondern nur, dass genug Kaffee, Tee und im besten Fall Kekse für die Gäste da sind, die zu Besuch kommen und Zeit mit dir verbringen. Es ist nicht wichtig, ob schon alles genau so ist, wie du es dir vorgestellt hast, und es ist egal, ob du in einer 1-Zimmer-Wohung oder einer Villa wohnst -Es zählt nur, was du daraus machst.


Und hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Ich weiß mittlerweile unser Zuhause viel mehr zu schätzen, als ich es noch vor einigen Monaten getan habe. Der Vergleich mit anderen Häusern hat mich regelrecht verklärt. Dass ich mittlerweile anders denke, hat mich aber nur noch mehr angespornt, an unserem Zuhause zu arbeiten: durch Renovierung und Gestaltung haben wir schon einiges geschafft, auch wenn es manchmal schwer fällt, das selbst zu sehen. Schritt für Schritt machen wir das Haus zu uns. Ich finde, ich bin es dem Haus schuldig, es zu pflegen und die wahre Schönheit unserer ziemlich standardmäßigen und stellenweise etwas altbackenen 90er-Jahre Doppelhaushälfte offenzulegen.

Wenn ich die Idee für ein neues Projekt im Haus habe stelle ich mir zwei Fragen: Kann ich es mir leisten und kann ich die Arbeit selbst leisten?

Weil ich glaube, dass weitaus mehr Menschen in einem "normalen" Haus oder Wohnung so wie ich und meine kleine Familie wohnen, und eher weniger in einem Traumschloss, hoffe ich, den ein oder anderen zu inspirieren, sein Zuhause noch heimeliger zu machen, noch "schöner" - was auch immer das für dich ganz persönlich heißen mag. Ich hab genug vom Druck des Vergleichens mit dem Unerreichbaren. Ich will dich ermutigen, deinen eigenen Stil zu leben, selbst zu Pinsel und Bohrer zu greifen, wenn du Lust darauf hast und zu reflektieren, was für dich wichtig an einem Zuhause ist. Vielleicht hast du es schon lange? Vielleicht ist es nur ein kleiner großer Schritt, dein Zuhause positiv zu verändern. Öffne mit mir deinen Blick für die Schönheit des Ortes an dem du bereits bist. Manchmal kann ein Eimer Farbe an Wand, Küche oder Fliesen schon so viel bewirken.


Deine Anne ❤


Auf diesem Blog nehme ich dich mit bei der Gestaltung unserer 90er-Jahre Doppelhaushälfte, gebe dir Grundwissen zu den verschiedenen Interior-Stilen, damit du endlich weißt, was dir gefällt und was nicht, zeige dir Tricks und Kniffe, die dein sowieso schon schönes Zuhause noch ein bisschen hübscher machen, spiele für dich Mäuschen in anderen ECHTEN Häusern und Wohnungen und erkläre, was Ausmisten eigentlich mit Interior zu tun hat und warum es mir so wichtig ist.


Kommentare


bottom of page