Die Küchenrevolution
- Anne Sophie Vogl
- 18. Feb. 2020
- 4 Min. Lesezeit
Zwischen Renovierungschaos, Job, Familie und dem ganz normalen Alltagswahnsinn nehme ich dich mit, wie ich größtenteils im Alleingang unser Familiennest aka. die Doppelhaushälfte von 1993 renoviere und gestalte. Viele handwerkliche Dinge mache ich dabei zum ersten Mal - doch wenn ich es schaffe, kannst du es auch schaffen!

Die Küche und ich, ich und die Küche - das war von Anfang an eine Hassliebe. Als wir 2016 in unser Haus gezogen sind, war die Küche schon da. Ein Traum (nicht) in braun mit beigem Fliesenspiegel und diesen megatollen (nicht) Getreidemalereien auf vereinzelten Fliesen. Geil, oder? Für eine neue Küche war kein Geld übrig. Und sie war ja auch noch "gut". Daher wurde sie nur gut geschrubbt, also so RICHTIG, ich erspare euch Details, denn die Vormieter sind mit ihr nicht besonders gut umgegangen.
Die Ausgangslage
Schon damals wusste ich aber um ihr Potenzial. Denn auf den zweiten Blick war sie richtig hübsch. Die Schränke sind im Landhausstil, der Schnitt außergewöhnlich (sechseckig) nur war eben alles in der falschen Farbe und nicht mehr zeitgemäß. Die Fliesen habe ich bereits vor einiger Zeit mit weißem Fliesenlack lackiert. Das konnte ich einfach nicht so lassen. Danach war es schon viel besser. Vor kurzem bin ich dann nochmal mit weißer Kreidefarbe drüber, da der Lack nachgegilbt war.
Trotzdem ging mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, mehr daraus zu machen. Über drei Jahre hat es also nun gedauert, bis ich mich endlich getraut habe, mein DIY-Küchen-Projekt durchzuziehen - und ich könnte nicht glücklicher damit sein.
Die Schränke
Tag 1: Eigentlich wollte ich an diesem Tag ein anderes Möbelstück streichen. Als "Übung" für die Küche sozusagen. Aber seien wir mal ehrlich, das braucht es eigentlich gar nicht. Ganz spontan haben meine Mama und ich dann mit der Küche angefangen. Ich habe mich für eine Kreidefarbe in hellgrau entschieden. Weiß war mir zu weiß.
Die Schränke, zum Teil Furnier, zum Teil Echtholz, haben wir mit der Hand und Schleifpapier angeraut. In der Nähe des Kochfelds sollte man ruhig intensiver schleifen, da hier Fettreste auf dem Holz kleben - ja ich weiß, lecker. Wer eine Schleifmaschine hat, kann die natürlich nehmen. Mit einer normalen Lackierrolle und Pinseln ging es an die Arbeit. Die Farbe trocknet unglaublich schnell so konnten wir mit der zweiten Schicht direkt beginnen, als wir an einem Ende mit der ersten Schicht fertig waren.
Nach zwei Schichten war alles wunderbar gedeckt und eine 750 ml Dose Kreidefarbe (ich habe diese hier verwendet: Renovo Poetic Grey von Hagebaumarkt, Werbung unbezahlt/unbeauftragt) aufgebraucht. Das einzige, was mich aufgehalten hat, das noch fertig zu machen war, dass der Baumarkt am Samstagabend bereits zu hatte. Weiter ging's ein paar Tage später.
Tag 2: Nach der Arbeit machte ich Stopp beim Baumarkt, um Nachschub zu holen. Ist ja nicht mehr viel, dachte ich mir. Nun, es war auf jeden Fall genug 😂. Und so waren dann alle Schränke hellgrau. Hach, schon jetzt eine Wohltat für die Augen.

Die Knöpfe
Die goldenen Schrankknöpfe waren auch schon immer dran. Doch so fand ich es zu blass und entschied mich für schwarze. Die Originalen sind richtig massiv und schwer und mit Sicherheit hochwertiger, als die 20 Stück für 14 Euro, die ich auf Amazon erspät habe. Bevor die Goldstücke in einer Schublade versauern, dachte ich mir, wenn schon DIY, dann richtig und sprühte sie mit mattem Sprühlack schwarz an. Das war echt easy. Sämtliche Utensilien, wie der Geschirrtuchhalter und Hakenleisten in Edelstahloptik hab' ich auch gleich mit angesprüht. So ergibt alles ein harmonisches Gesamtbild. Ich bin einfach echt froh, mich so entschieden zu haben.
Im Schrankgriffe-Dranschrauben war ich ja mittlerweile geübt, deswegen ging das Anbringen ratzfatz. Erstaunlich, was eine andere Griff-Farbe so ausmacht, oder?

Der erste große Schritt war getan. Da Backofen und Kochfeld sowieso teilweise defekt und alt waren, haben wir bei der Gelegenheit beides ausgetauscht.

So sieht die Küche nun aus. Ich bin noch schwer am Überlegen, ob die Fliesen so bleiben sollen, wie die Arbeitsplatte aussehen soll und welchen Boden wir verlegen sollen. Es gibt also immer etwas zu tüfteln. Doch das muss eben neben vielen anderen Projekten passieren, deswegen dauert es sicher noch ein Weilchen, bis alles komplett fertig ist. Bevor dieser Post aber noch weitere Wochen in den Entwürfen verstaubt, teile ich den aktuellen Stand lieber mit euch.
Eure Anne ❤
Nachtrag: Mittlerweile haben wir einen neuen Boden passend zum restlichen Wohnbereich verlegen lassen und nochmal ein paar Griffe ausgetauscht. Ich streiche alle paar Monate über stark frequentierte Stellen an den Küchenschränken, das geht aber sehr schnell und easy. Die Schränke lassen sich auch abwischen, wenn man nicht wie wild schrubbt. Ich habe nach etwa 3 Jahren nun Lust, die Küche nochmal zu verändern, bevor sie in ein paar Jahren ganz ersetzt wird.
Auf diesem Blog nehme ich dich mit bei der Gestaltung unserer 90er-Jahre Doppelhaushälfte, gebe dir Grundwissen zu den verschiedenen Interior-Stilen, damit du endlich weißt, was dir gefällt und was nicht, zeige dir Tricks und Kniffe, die dein sowieso schon schönes Zuhause noch ein bisschen hübscher machen, spiele für dich Mäuschen in anderen ECHTEN Häusern und Wohnungen und erkläre, was Ausmisten eigentlich mit Interior zu tun hat und warum es mir so wichtig ist.



























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